Aufnahmeverfahren - pÄdagogische GrundsÄtze und Schulkonzept

Pädagogische Grundsätze

Jeder Mensch birgt von Geburt an das gesamte Potenzial seines Menschseins in sich!
Gemeinsam mit Euch Eltern machen wir uns auf die spannende Reise, die Entfaltung Eures Kindes über viele Jahre begleiten zu dürfen.
Dazu gehört in erster Linie, mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, das kindliche Potenzial zu erkennen, Interessen und Leidenschaften zu entdecken, dementsprechende Angebote zu setzen und so einen wesentlichen Beitrag für eine ungetrübte, optimale Entwicklung zu leisten.
Bildung bedeutet für uns niemals nur Ausbildung, Wissensvermittlung oder Information, sondern ist vor allem der Prozess der Heranreifung zu einer ganzheitlich zufriedenen und gefestigten Persönlichkeit.
Wir – Schule wie Elternhaus – entwickeln uns mit den Kindern und Jugendlichen, mit ihren und unseren Erfahrungen, Bedürfnissen, Wünschen und Zielen. Als pädagogische Basis dient uns der reformpädagogische Ansatz und das Werk Maria Montessoris. Darauf aufbauend, und durch den Einfluss der vielfältigen Lebenserfahrungen der Menschen, die im SZGL arbeiten und wirken, entsteht eine Umgebung, die ein freudvolles, neugierig machendes und nicht immer konfliktfreies Miteinander der verschiedenen Generationen ermöglicht und somit den Bildungs- und Reifungsprozess der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen, sowie deren Familien, fördert.
Für das SZGL bedeutet dies, dass unserer Jahresplanung der jeweils zutreffende öffentliche Lehrplan zu Grunde liegt, die konkreten Inhalte und Projekte aber dem jeweiligen Bedarf der SchülerInnen angepasst werden. Wir bieten den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich nach ihren individuellen Bau- und Zeitplänen zu entwickeln. So bleiben ihnen Kreativität und Spontaneität während des gesamten Bildungsprozesses und die Freude an Leben und Lernen erhalten.
Wir gewähren jedem einzelnen Kind individuelle Zeit für seinen individuellen Entwicklungsprozess – dies kann in den verschiedenen Schulstufen entsprechend der Reifung des Kindes sehr unterschiedlich ausfallen. Diese Freiheit kann nur bei sehr klarer Struktur und Grenzsetzung, sowie intensiver Beziehungsarbeit gegeben werden. Das Erkennen und Anerkennen von Grenzen und das Aufbauen von Beziehungen zu den Mitmenschen ist ein wesentlicher Bestandteil einer gelingenden Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Menschen – neben der Bereitstellung von kulturtechnischem Rüstzeug also unser wichtigstes Anliegen unserer Arbeit!

Schulalltag

Am SZGL hat jedes Kind die freie Wahl der Tätigkeiten. Sprich, sich mit Dingen zu beschäftigen, die es im Moment interessieren. Das sind je nach Alter und Entwicklungsstand ganz unterschiedliche Interessen und Wissensgebiete, denen anfangs erst konkret-operativ, später immer abstrakter, begegnet wird. Deshalb wurde das Schulhaus in verschiedene Bereiche eingeteilt, in welchen auch wir Betreuer uns frei bewegen, um eine entspannte, anregende, unterstützende und angenehme Lernatmosphäre zu gewährleisten.
Folgende Bereiche finden unsere SchülerInnen vor:
Werkstatt und Malraum, Bewegungsraum, großer Garten, Studierräume mit Lesebereich, Kursraum, Spiele- und Musikräume, Jausenbereich, Küche und Kinderkochecke.
Jeden Montag Morgen starten wir mit unserem Schulforum in die neue Woche. In dieser Versammlung mit demokratischer Struktur werden wichtige Termine bekanntgegeben und für die Schulgemeinschaft wesentliche Begebenheiten diskutiert und besprochen, Regeln beantragt und beschlossen.

 

Die Schule dauert täglich von 8.30h (Ankunft ab 8.15h möglich) bis 13h.

 

Neben gewissen Fixpunkten (Kochen, Musik, Englisch, Waldausflug, Vorlesen) für junge SchülerInnen, stellen wir vorbereitete Angebote in der Werkstatt und in den Studierräumen bereit, die den Kindern und Jugendlichen ein überschaubares Betätigungsfeld bieten. In unseren reichhaltig bestückten Regalen findet außerdem jeder konkrete Lernmaterialien, Spiele und Bücher zu den unterschiedlichsten Themen, die für die individuelle Freiarbeit stets zur Verfügung stehen.
Materialpräsentationen, Kurse, Expertenbesuche, Ausflüge in Museen und sportliche Zusatzangebote ergänzen das breite Spektrum an Möglichkeiten, welches wir – immer basierend auf Freiwilligkeit – unseren SchülerInnen bieten möchten.
Da wir in einer regen, früchtetragenden Zusammenarbeit mit Euch Eltern stehen wollen, treffen wir uns mindestens 1 Mal pro Semester zu einem ausführlichen Elterngespräch über die Dauer von je ca. 1-2 Stunden, welches uns neben unseren täglichen Beobachtungen und Aufzeichnungen als Grundlage für den jährlichen Entwicklungsbericht der Kinder dient.



Aufnahmeverfahren

Infoabende

Aktuelle Terminde zu den Infoabenden finden Sie auf der Startseite.
Für die Teilnahme am Infoabend melden Sie sich spätestens eine Woche im Voraus verbindlich per Mail an kontakt@szgl.at an. Wir benötigen Ihren Namen, Telefonnummer, Mailadresse, Geburtsjahr und Name des Kindes (ab wann schulpflichtig).
Die Teilnehmerzahl ist aus Platzgründen auf 20 Personen beschränkt, Kinder können nicht zum Vortrag mitgebracht werden!

Aufnahmeverfahren Schritt für Schritt

  1. Teilnahme der Eltern an einem Infoabend
  2. Hospitation der Eltern an einem Schulvormittag nach persönlicher Vereinbarung; Dauer inkl. Abschlussgespräch ca. 9h-11h.
  3. Aufnahmegespräch(e) und in Folge Vertragsunterfertigung
    - Schulvertrag als PDF zur Voransicht
  4. Bei Bedarf und Interesse kann Ihr Kind gemeinsam mit einem Elternteil an 2-3 Vormittagen für jeweils eine Stunde in den Monaten Mai/Juni die Schule vor Schuleintritt im September besuchen.
  5. Eingewöhnungsphase beginnt (ab September)

Die Eingewöhnungsphase gestaltet sich von Kind zu Kind recht unterschiedlich und wird von uns dementsprechend flexibel begleitet.
Ein ungefähres Szenario könnte – in den ersten Wochen – so aussehen:
Ihr Kind wird Papa oder Mama zu Beginn als sicheren Hafen in erreichbarer Nähe (Schulküche oder bei Schönwetter im Vorgarten) wissen wollen. Dies ist die Phase, während der wir 1 Stunde gemeinsame Zeit in der Schule angemessen finden. Signal, dass es Zeit zu gehen ist, gibt immer Ihr Kind, indem es Sie aufsucht und freiwillig nicht mehr von Ihrer Seite weicht. Fühlt sich Ihr Kind sicher genug, ist es an der Zeit, für die Dauer von einer halben Stunde (nach und nach länger) nicht in Sichtnähe zu sein, beispielsweise für einen Spaziergang oder einen Einkauf – dennoch abrufbar in unmittelbarer Umgebung zu bleiben.
Während der Eingewöhnungsphase ist es wichtig, dass Sie beruflich und familiär soweit flexibel sind, damit Ihrem Kind ein entspannter Einstieg in seinen schulischen Alltag ermöglicht wird. Junge Kinder genießen zumeist kürzere Schultage als bis 13h. Erfahrungsgemäß pendelt sich für Schulanfänger eine Abholzeit zwischen 11h und 12h ein.

Entscheidungsfindung

1. Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

  • Einmalige Inskriptionsgebühr von € 440,--,
  • Kaution in der Höhe von 2 Monaten Schulgeld,
  • monatliches Schulgeld für ein Kind derzeit € 378,--
  • 2. Kind € 236,88, jedes weitere Kind € 139,86

2. Sie suchen für Ihr schulpflichtiges Kind eine Alternative zum Regelschulsystem. Ist das SZGL die richtige Wahl für Sie?

Die Entscheidung für die non-direktive Begleitung betrifft immer Ihr gesamtes Familiensystem. Vielmehr als um die Wahl der »richtigen« Schule geht es hierbei um eine innere Haltung und eine Einstellung, die viele Lebensbereiche umfasst.

Lesen Sie das folgende Exzerpt über die non-direktive Begleitung bitte aufmerksam durch, es dient uns und Ihnen als wichtige Basis für einen gemeinsamen Weg.

Nur, wenn Sie als Eltern dazu »Ja!« sagen können, wird sich unsere Zusammenarbeit bewähren:

Die non-direktive Begleitung ist eine Alternative, die sowohl das natürliche und kulturelle Umfeld, wie auch die psycho-biologischen Anforderungen der Menschen selbst in Betracht zieht. Sie macht es sich zur Aufgabe, die inneren Strukturen jeder Person zu respektieren, um dem inneren Bauplan nicht in die Quere zu kommen und das Wachsen eigener Kompetenz in jeglicher Lebenssituation zu erlauben.

Psycho-biologische Grundlagen der nondirektiven Begleitung:

  • Bis zum 6. oder 7. Lebensjahr sind die Bedürfnisse von Schulkindern vorrangig sensomotorisch und auf die Entwicklung des Fühlens bezogen.
  • Darüber hinaus befindet sich das Schulkind auch in der operativen Entwicklungsphase, die mindestens bis zum 13. Lebensjahr anhält. Daher muss es mit konkreten Dingen umgehen und sie auf verschiedenste Weise gebrauchen, um über sein eigenes Handeln nachzudenken und daraus nach und nach Abstraktionen hervorzubringen. Jegliche Erziehung, die das Bedürfnis nach operativen Handlungen in diesem Alter übergeht, führt zum mechanischen Auswendiglernen und erschwert die Entwicklung von echten Verständnisstrukturen.
  • Mittels seiner Interaktionen mit der konkreten Welt erarbeitet sich das Kind Regeln und Verallgemeinerungen, und nicht umgekehrt.
  • Zwischen der aktiven Intelligenz eines Kindes und der entsprechenden Abstraktionsfähigkeit kann es Verzögerungen von bis zu drei Jahren geben. Jegliche Anstrengung, diesen Prozess zu beschleunigen, führt wiederum zum Auswendiglernen ohne geeignetes Verständnis.
  • Das Interesse und die selbstständige Tätigkeit des Kindes sind die einzige Garantie dafür, dass es sich in einem persönlichen Verständnis seiner Welt auf intelligente und ganzheitliche Weise nähert.
  • Es kann unter Menschen, die das gleiche chronologische Alter haben, beachtliche Unterschiede im natürlichen Reifen von Verständnisstrukturen geben.
  • Figuratives Lernen ohne entsprechende operative Voraussetzung führt zu Verzerrungen. Das bedeutet: Lernt ein Kind ausschließlich über »Figuren«, wie zum Beispiel beim Abschreiben von bestimmten Zahlensymbolen von der Tafel, ohne viele konkrete Erfahrungen mit den Bedeutungen der Symbole, nämlich Mengen, zu machen, unterstützt diese Vorgehensweise wieder nur mechanisches Auswendiglernen ohne Verständnis. Daher vermeidet die non-direktive Begleitung, das Kind zum Lernen von Informationen anzuhalten, die außerhalb seiner Reichweite und jenseits seiner räumlichen, zeitlichen und logischen Verständnisstrukturen liegen.
  • Ab dem 13. - 15. Lebensjahr zeigt der Jugendliche zunehmend Interesse an formalem Denken ohne direkte Handhabung konkreter Gegenstände. Um der Gefahr auszuweichen, dass der junge Mensch durch diese Tendenz in einer linearen Logik hängen bleibt, braucht er immer neue Erfahrungen in verschiedensten Lebenssituationen und reichlich Gelegenheit, sie im Gespräch zu verarbeiten.
  • Bedürfnisse, die auf irgendeiner Stufe nicht erfüllt worden sind, setzen den Organismus unter Spannungen, die auch in spätere Entwicklungsetappen hineinreichen und Arbeitshaltungen, Lebensweisen, wie auch kognitive Prozesse beeinflussen. Falls diesen inneren Spannungen nicht die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt wird, werden sie alle späteren Lernprozesse des Organismus in Mitleidenschaft ziehen.

Anwendung der psycho-biologischen Grundlagen auf unsere Pädagogik:

 

Im SZGL werden die natürlichen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen respektiert. Das sind vor allem: selbstständige Bewegung, Freiheit zum freien Reden und zur Wahl der Tätigkeiten, die den echten Bedürfnissen entsprechen und die mit dem Temperament und persönlichem Interesse im Einklang sind.
In dieser Umgebung darf das Kind ganz und gar in der Gegenwart leben und ist keinen anderen Forderungen ausgesetzt als denen, die aus seinen eigenen Entwicklungsbedürfnissen hervorgehen und mit unseren Hausregeln im Einklang sind, die dem Wohlergehen aller dienen.

Es ist die Verantwortung der Betreuer des SZGL, Umgebungen anzubieten, in denen Wahrnehmung und Lösung von Problemen auf operative Weise geübt werden können, wogegen das Lehren von Fachwissen in die Vorgehensweise traditioneller Erziehung gehört.

3. In welchem Ausmaß ist es für Sie nötig, sich aktiv am Schulgeschehen zu beteiligen?

Die Schulgemeinschaft des SZGL steht sowohl wirtschaftlich als auch organisatorisch auf eigenen Beinen. Dies bedeutet, dass sämtliche notwendige Tätigkeiten, z.B. das Schulgebäude oder Feste betreffend, von Arbeitskreisen aus der Elternschaft und dem Betreuerteam abgewickelt und arrangiert werden müssen. Kurz gesagt: Es gibt immer was zu tun! Je nach Interesse, Fähigkeit und verfügbarer Zeit, teilen Sie sich freiwillig einem Arbeitskreis zu. Ein genaues Ausmaß in Stunden pro Monat kann an dieser Stelle nicht genannt werden. Ganz individuell gestaltet sich das persönliche Engagement und der Zeitaufwand, den jeder unserer Eltern bereit ist, zu investieren.

4. Welche Plattformen für den Austausch untereinander gibt es?

Neben regelmäßig stattfindenden Festen und Feiern im Laufe eines Jahres, haben neue Familien die Gelegenheit, einander bei unserem »Meet&Greet« zu Beginn des Schuljahres, kennenzulernen. Je nach Bedarf und Dringlichkeit, bieten wir zwischen 2 und 4 Eltern-Schul-Dialogabende pro Schuljahr an. Diese Treffen sind immer ganz konkreten Themen gewidmet, welche sinnvollerweise aus der Elternschaft kommen und von einem unserer Betreuer moderiert werden. Hier erhalten Sie die Möglichkeit, sich zu bestimmten Themen mit anderen Eltern zu unterhalten und auch die Sichtweise der Schule darüber zu erfahren.
Wesentliche Dinge, die persönliche Entwicklung Ihres Kindes betreffend, werden ausführlich an den zweimal jährlich angesetzten Elterngesprächen besprochen.


Vielen Dank an unsere Unterstützer und Sponsoren

 

Schulzentrum für ganzheitliches Lernen (S.Z.G.L.)

Montessori-Pädagogik-Verein Enzesfeld

 

Schloßstraße 34 - 2551 Enzesfeld-Lindabrunn

Tel.: +43 680 1436487         Mail:  kontakt@szgl.at        ZVR-Zahl: 366725527

 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 8:30 bis 13:00       und      Do 8:30 bis 17:30