ORGANISATIONSSTATUT

des Schulzentrums für ganzheitliches Lernen von der 1. – 9. Schulstufedes Montessori Pädagogik Vereins Enzesfeld

1. Organisation der Schule

 

1. Bezeichnung und Standort

Das „Schulzentrum für ganzheitliches Lernen von der 1. bis 9. Schulstufe des Montessori-Pädagogik Vereins Enzesfeld“ (im Folgenden „SZGL“) hat seinen Sitz in 2551 Enzesfeld, Schloßstraße 34 und versteht sich als integrative Schule auf Basis des ganzheitlichen, selbstbestimmten Lernens im fachlichen, sozialen und persönlichkeitsbildenden Bereich.

 

2. Schulerhalter

Schulerhalter des „SZGL“ ist der Montessori-Pädagogik Verein Enzesfeld

ZVR-Zahl: 366725527.

 

3. Schulleiter / LehrerInnen / SchülerInnenzahl

Schulleiter und LehrerInnen haben die Bestimmungen des §5 Privatschulgesetz zu erfüllen.

Die LehrerInnen haben bevorzugt als Befähigungsnachweis eine Ausbildung in Montessori-Pädagogik oder einer ähnlichen, gleichwertigen Methode des Unterrichts auf Basis von ganzheitlichem, selbstbestimmtem und offenem Lernen nachzuweisen.

Für einzelne Kursangebote und Projekte zu spezifischen Themen werden auch andere Personen, die nicht ständig LehrerInnen an der Schule sind, als KursbetreuerInnen hinzugezogen.

Für eine Altersstufe hat ein(e) LehrerIn zur Verfügung zu stehen. Das Verhältnis LehrerIn – SchülerInnen kann bis zu 1:20 betragen, wenn darunter kein Schüler mit besonderem Förderbedarf ist.
Die konkrete Anzahl der LehrerInnen und weiterer Hilfs- und Begleitpersonen wird jeweils spätestens vor Schulbeginn, ausgehend von den konkreten lernorganisatorischen Erfordernissen festgelegt.

 

4. Schulstufen, Alterstufen

In das „SZGL“ werden schulpflichtige SchülerInnen ab dem Alter von 6 Jahren bis zum Ende der Pflichtschulzeit aufgenommen.

Das „SZGL“ deckt die Schulstufen 1 – 9 und somit den gesamten Pflichtschulbereich ab.

Da das „SZGL“ auf Basis der Montessori-Pädagogik arbeitet und entwicklungpsychologische Erkenntnisse einfließen lässt, ergibt sich folgende Einteilung der Altersstufen:

  • Primaria I (PI): 1. – 3. Schulstufe 
  • Primaria II (PII): 4. – 6. Schulstufe 
  • Sekundaria I (SI): 7. – 9. Schulstufe

 

5. Schulpflichterfüllung

Das „SZGL“ ist gemäß §12 Abs. 1 Z2 des Schulpflichtgesetzes von 1985 zur Erfüllung der Schulpflicht geeignet.

 

6. Zugänglichkeit des Schulzentrums

Das „SZGL“ ist ohne Unterschied des Standes, des Geschlechts, der Rasse, der Sprache, der körperlichen und geistigen Disposition und des Bekenntnisses zugänglich. Die soziale Integration von Kindern mit unterschiedlicher Sprache, Herkunft, geistigen und körperlichen Kapazitäten wird angestrebt.

Grundlegende Voraussetzung für eine Aufnahme ist die Auseinandersetzung der Eltern mit der Montessori-Pädagogik und der Bedeutung des ganzheitlichen Lernens sowie der Anerkennung der Grundsätze des Schulträgers.

Über die Aufnahme entscheidet der Schulerhalter im Einvernehmen mit den zuständigen StammlehrerInnen (den LehrerInnen einer Altersstufe).

 

7. Schulzeit

Die Bestimmungen des niederösterreichischen Schulzeitgesetzes 1976 finden sinngemäß mit folgenden Abweichungen Anwendung:

Die tägliche Unterrichtszeit beträgt je nach Alter und Konzentrationsfähigkeit der SchülerInnen zwischen 4 und 8 Stunden.

Die Unterrichtszeit beginnt um 8:20 und endet je nach Altersstufe zwischen 12:30 und 17:30.

Die wöchentliche Unterrichtszeit ist in der Regel von Montag bis Freitag. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist unterrichtsfrei.

Die Festlegung des Beginns und Ende der Unterrichtszeit obliegt dem Schulerhalter in Abstimmung mit dem LehrerInnenteam.

Bei besonderen Schulveranstaltungen, Exkursionen und Lehrpraktika u.ä. kann die Unterrichtszeit abweichen und den entsprechenden pädagogischen und organisatorischen Erfordernissen angepasst werden.

 

8. Ausstattung der Schule / Vorbereitete Umgebung

Die Entwicklung und Gestaltung der vorbereiteten Umgebung liegt im Aufgabenbereich der LehrerInnen und der Schulleitung.

Zur vorbereiteten Umgebung gehören:

Eine klare, den Bedürfnissen der SchülerInnen und den Lernprojekten angepasste Raumstruktur.
Eine klare Zeitstruktur (Tages- und Wochenstruktur), die den SchülerInnen durch Aushänge o.ä. transparent gemacht wird.

Montessori- und andere Lernmaterialien, die ansprechend, vollständig und sauber zur Verfügung gestellt werden. Die Obsorge für die Materialien liegt bei den LehrerInnen.

Die Menschen, die die SchülerInnen in ihrer Lernumgebung respektvoll begleiten.

Die vorbereitete Umgebung ist nicht starr, sondern wird immer wieder den gegebenen Bedingungen angepasst.

Aufgabe der LehrerInnen ist es, bestrebt zu sein, diese vorbereitete, entspannte und respektvolle Umgebung herzustellen.

 

9. Kompetenzverteilung zwischen Schulerhalter, LehrerInnen und Elternschaft

In die alleinige Kompetenz des Schulerhalters fallen Personalentscheidungen, die Finanzen sowie die Vorbereitung und Durchführung von Außenkontakten und die Vorgabe der pädagogischen Leitlinie.

In Abstimmung mit dem Schulerhalter fallen in den Kompetenzbereich des LehrerInnenteams alle den Unterricht betreffenden Entscheidungen, wie die Gestaltung der vorbereiteten Umgebung, die Anschaffung von Materialien (im Budgetrahmen), die Einrichtung von speziellen Kursen im Rahmen der Schule so wie sämtliche Schulveranstaltungen.

Die Elternschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Schule. Dieser wird zum einen in finanzieller Form durch die Elternbeiträge aber auch in ideeller Form durch die Mitarbeit der Eltern in folgenden Bereichen gewährleistet:

  • Materialerstellung,
  • Unterstützung der LehrerInnen
  • Mitarbeit bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen,
  • Infoständen,
  • Seminaren etc.
  • Instandhaltung der Räumlichkeiten und des Mobiliars
  • Mitarbeit bei den Medien des Vereins

 

2. Gestaltung des Unterrichts

 

2.1. Unterrichtsarbeit

Die Unterrichtsarbeit wird durch die SchüerInnen selbständig, selbstbestimmt und aktiv wahrgenommen. Es steht ihnen eine vorbereitete Umgebung mit Lernmaterialien so wie inner- und außerschulische Lernsituationen zur Verfügung, die sie benützen und nützen können.

Auf Basis des Entwicklungsstandes jedes/r SchülerInnen macht der/die Pädagogin die Angebote, die im Lehrplan vorgesehen sind.

Die Unterrichtszeit ist grundsätzlich als offener Unterricht mit folgenden Unterrichtsformen gestaltet:

  • Einzelarbeit
  • Partnerarbeit
  • Gruppenarbeit
  • Projektarbeit
  • Darbietungen der Lernmaterialien durch LehrerInnen Vorträge durch LehrerInnen
  • Kursangebote
  • Einzelunterricht
  • Gruppenunterricht

Die Teilnahme an den Angeboten ist freiwillig. Nehmen die SchülerInnen an einem Angebot teil, gehen sie für den Zeitraum des Angebots eine Verpflichtung zur Teilnahme ein.

Die SchülerInnen führen ihrer Entwicklungsstufe entsprechend Arbeitsaufzeichnungen durch.

 

2.2. „Going out“

Für die Unterrichtsarbeit des „SZGL“ ist die Einbindung der natürlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Umwelt der Schule, das „Going out“, von hoher Bedeutung.

 

Möglichkeiten des „Going out“ sind:

  • Lehrausgänge
  • Exkursionen Schullandwochen
  • Schulsportwochen Auslandsaufenthalte
  • Sprachwochen

2.3. „Comin in“

So wie das „Going out“ ist auch das „Coming in“ ein wichtiger Bestandteil der Unterrichtsarbeit des „SZGL“. „Coming in“ beinhaltet das Hereinholen von Menschen in den Unterrichtsalltag, die diesen durch ihre speziellen Angebote, Projekte, Kenntnisse und Fähigkeiten bereichern.

 

Dies können sein:

  • Fachleute aus den verschiedensten Wissensbereichen KünstlerInnen
  • HandwerkerInnen
  • Zeitzeugen
  • Menschen anderer Kulturen

4. Dokumentation des Lernprozesses

Die individuelle Entwicklung jedes/r SchülerIn wird laufend dokumentiert.
Diese Dokumentation dient der Information der Eltern und gibt Hinweise darüber, welche Unterstützung der/die SchülerIn zur Bewältigung seiner nächsten Lernschritte wünscht oder benötigt.

  • Information zum Lernprozess (jährlich)
  • Präsentationsmappe (am Ende jeder Altersstufe – PI, PII, SI)
  • Beobachtungsbögen (laufend)
  • SchülerInnenhefte (laufend)
  • Direkte Leistungsvorlage (laufend)
  • SchülerInnengespräche (14tägig – monatlich)
  • Elterngespräche (1 pro Semester) 

5. Aufsteigen

Aufgrund der Erkenntnisse der Montessori-Pädagogik und aus entwicklungpsychologischer Sicht u.a. Piagets erfolgt im „SZGL“ ein Wechsel in die nächst höhere Stufe nur alle 3 Jahre.
Da es keine Jahrgangsklassen gibt, gibt es auch keine Wiederholung.

Während der Primarstufe (PI und PII) steht das operative be- greifende Lernen mittels konkreter Materialien im Vordergrund. Die Unterteilung der Primaria in zwei Stufen berücksichtigt vor allem die Weiterentwicklung der Persönlichkeit des/der SchülerIn.

Der Übertritt in die Sekundarstufe erfolgt mit dem beginnenden abstrakten und formalen Lernen.

Bis Anfang Mai eines Schuljahres findet eine LehrerInnenkonferenz statt, um über den Aufstieg der SchülerInnen in die nächst höhere Stufe zu beraten. Diese setzt sich zusammen aus allen LehrerInnen und dem/der Schulleiterin.

Danach findet ein Standortgespräch mit den Eltern bezüglich des Übertritts des/der SchülerIn in die nächste Schulstufe statt. (PI -> PII -> SI).
Diese Standortgespräche geben Auskunft über die kognitive, emotionale, soziale und psychomotorische Entwicklung des/der SchülerIn und sein/ihr Arbeitsverhalten.

Aufgrund des Entwicklungsstandes des/der SchülerIn ist es möglich, vorzeitig in die nächst höhere Stufe überzutreten oder länger in der gleichen Altersstufe zu verbleiben.

Für alle SchülerInnen, die die Altersstufe wechseln, besteht die Möglichkeit des Pendelns zwischen den Altersstufen während der letzten bzw. ersten zwei Monaten eines Schuljahres, um den Übergang fließend zu gestalten.

Ab der 9. Schulstufe wird mit dem/der SchülerIn individuell die Vorbereitung auf einen Abschluss bzw. eine weiterführende Schule oder Lehre vereinbart.
Die vorbereitete Umgebung ist so gestaltet, dass die SchülerInnen einen Pflichschulabschluss nach der 9. Schulstufe erreichen können.

Der Übertritt während der Pflichtschulzeit in eine andere Schule wird individuell mit den Eltern besprochen, um die Möglichkeiten und individuellen Voraussetzungen des/der SchülerIn zu klären.

Auf Verlangen der SchulabgängerInnen bzw. jedenfalls nach der vierten, achten und neunten Schulstufe ist ein. Schulstufe ist ein Zeugnis gemäß §22 Schulunterrichtsgesetz auszustellen, in dem die Beurteilung der SchülerInnnen entsprechend den von §14 Leistungsbeurteilungsverordnung festgelegten Beurteilungsstufen (Noten) zu erfolgen hat.

 

6. Schulordnung

Um das Miteinander der SchülerInnen in einer großen Gruppe mit der spezifischen Eigendynamik jedes/jeder einzelnen SchülerIn zu ermöglichen, sind Regeln notwendig.

Diese werden zum Teil von den LehrerInnen vorgegeben zum Teil in der Schulversammlung beschlossen.

Die Kinder übernehmen Dienste, für die sie verantwortlich sind. Somit lernen sie, Teil einer Gruppe und damit für das Gruppengeschehen verantwortlich zu sein.

Die LehrerInnen sind dafür verantwortliche, notwendige Grenzen zu setzten und auf die Einhaltung der Regelen zu achten.

 

7. LehrerInnenteam

Das LehrerInnenteam setzt sich zusammen aus mindestens 1 StammLehrerIn pro Altersstufe und den stufenübergreifend arbeitenden LehrerInnen sowie den übrigen MitarbeiterInnen im Unterrichtsbereich.

Die LehrerInnen wählen spätestens 6 Wochen nach Beginn eines Schuljahres zwei VertreterInnen für das Schulforum.

Um die Teamarbeit zu koordinieren, finden regelmäßige Teamsitzungen statt, an denen die LehrerInnen und der Schulerhalter teilnehmen.

Zur Unterstützung der LehrerInnen und zur Gewährleistung der Qualität der pädagogischen Arbeit finden regelmäßige Supervisionen und Choachings statt.

 

8. Schulgemeinschaft

Die Schulgemeinschaft setzt sich aus SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen und den anderen pädagogischen MitarbeiterInnen sowie dem Schulerhalter zusammen.

Ihre Organe sind das SchülerInnenforum, die Schulversammlung, das Elternforum, die Teamsitzungen und der Vereinsvorstand (s. Vereinsstatut).

 

8.1. SchülerInnenforum / VertrauensschülerIn

Die SchülerInnen wählen spätestens 6 Wochen nach Beginn eines Schuljahres pro Schulstufe eine/einen StufensprecherIn und seine/ihre VertreterIn. Die StufensprecherInnen bilden gemeinsam das SchülerInnenforum.

Das SchülerInnenforum kann sich an LehrerInnen und Schulerhalter wenden, um ihre Belange zu besprechen, Fragen und Wünsche zu diskutieren und Kritik anzubringen.
Weiters kann das SchülerInnenforum bei der Organisation des schulischen Lebens mitwirken. Z.B. SchülerInnen-Veranstaltungen, Tag der offenen Tür, Planung der Jause und des Mittagessens, Teilnahme an Vorstellungsgesprächen (ab der 5. Schulstufe).

Das SchülerInnenforum wählt aus seinem Kreis einen/eine VertrauensschülerIn. Der/ die VertrauensschülerIn dient in erster Linie als AnsprechpartnerIn in Konfliktsituationen aber auch als Bindeglied zwischen SchülerInnen und LehrerInnen.

Der/die VertrauensschülerIn kann von allen SchülerInnen angesprochen werden. Er/ sie ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und darf nur auf ausdrücklichen Wunsch des/der SchülerIn die LehrerInnen über den Inhalt des Gespräches informieren. Der/ die VertrauensschülerIn kann auf Wunsch eine Supervision / ein Coaching erhalten.

Ziel des SchülerInnenforums und der Schulversammlung ist es, demokratische Prozesse zu vermitteln und den SchülerInnen im Rahmen ihrer Entwicklung und ihrer Kompetenz Verantwortung für den schulischen Alltag zu übertragen und damit ihre Sozialkompetenz zu fördern.

 

8.2. Schulversammlung

Die Schulversammlung ist das Forum aller Schulgruppen, LehrerInnen und der Schulleitung. Sie dient zur Strukturierung des sozialen Zusammenlebens und Struktur in der Schule. Sie tritt regelmäßig zusammen und befindet z.B. über schulinterne Veranstaltungen, zusätzliche Regeln und Angebote für den Unterricht.

 

8.3. Elternforum

Die Eltern wählen spätestens 6 Wochen nach Beginn eines Schuljahres pro Schulstufe eine/einen ElternsprecherIn und seine/ihre Vertreterin. Die ElternsprecherInnen bilden gemeinsam das Elternforum und vertreten die Eltern im Schulforum.

Das Elternforum dient dem Austausch zwischen Schulerhalter und Eltern, auf Wunsch der organisatorischen Unterstützung des LehrerInnenteams (z.B. bei Ausflügen, Materialerstellung) und der Mitwirkung bei der Organisation des schulischen Lebens (z.B. Veranstaltungen, Tag der offenen Tür, Medien, Instandhaltung des Schulhauses).

Ziel des Elternforums ist es, den Kontakt zwischen Schulerhalter, LehrerInnen und Eltern herzustellen und zu pflegen. Es dient auch der Koordination der Maßnahmen die im Rahmen der Elternarbeit für den Betrieb des Schulzentrums notwendig sind.

 

2.8.4.Schulforum

Das Schulforum setzt sich zusammen aus dem Elternforum, dem SchülerInnenforum, den VertreterInnen der LehrerInnen und dem Schulerhalter.

Zweck des Schulforums ist es, einen Austausch zwischen den einzelnen Gremien zu ermöglichen und zu pflegen, die Belange des „SZGL“ und der LehrerInnen in organisatorischer Form (z.B. Schulprojekte, Schulfeste und Schulveranstaltungen) zu unterstützen, Kritikpunkte, offene Fragen, Vorschläge und Wünsche zu diskutieren und an den Schulerhalter weiterzuleiten.

Das Schulforum tritt mindestens einmal pro Semester zusammen.

 

 

3. Lehrplan

 

Der zur Anwendung kommende Lehrplan ist für die 1. – 4. Schulstufe der österreichischen Volksschullehrplan, BGBI. Nr. 134/1963 idgF, und für die 5. – 9. Schulstufe der für Hauptschulen gültige „Lehrplan 99“, BGBI.II Nr. 134/2000.

Zusätzlich werden die Ergänzungen des Differenzlehrplans 2002 (Anhang 1) aus dem Lehrplan der Polytechnischen Schule im Lehrplan der Sekundaria integriert.

Bei seiner Umsetzung wird im Wesentlichen auf das Einhalten der Grundsätze der Montessori-Pödagogik geachtet. Es werden jedoch auch andere reformpädagogische Ansätze sowie neueste pädagogische Erkenntnisse mit einbezogen.

 

1. Allgemeines Bildungsziel

Das „SZGL“ ist Bestandteil eines Gesamtkonzeptes des Montessori Vereins Enzesfeld, das zum Ziel hat, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in einer vorbereiteten, respektvollen und entspannten Umgebung sich gemäß ihres inneren Bauplans zu entwickeln, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ihr Handeln empathisch gegenüber ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt zu gestalten.

„Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sonder lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (Saint-Exupéry)

Dieses Zitat von Saint-Exupéry auf das Projekt Zukunftswerkstatt bezogen, bedeutet für uns: „Wenn du mit Kindern eine Zukunft bauen willst, so lehre sie die Sehnsucht nach dem Leben.“

Ein Kind birgt das gesamte Potential seines Mensch-Seins in sich. Mitzuhelfen, dieses Potential zu entdecken, zu entwickeln, zu fördern und auszubauen, ist Ziel der Zukunftswerkstatt und damit des „SZGL“.

Die Menschen, die sich im „SZGL“ mit den Kindern und Jugendlichen auf den Weg machen, wollen sie in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten, selbstbestimmten, aktiven, neugierigen, sozialkompetenten, emotional gereiften, empathischen, teamfähigen, zielgerichteten, visionären, wissensinteressierten, politikbewussten, konfliktfähigen, demokratisch und humanistisch gebildeten Menschen begleiten.

Bildung bedeutet deshalb für uns nicht nur Ausbildung, Wissensvermittlung und Information, nicht nur Erziehung, sondern Bildung ist für uns auch der Prozess der Heranreifung zu einer ganzheitlichen Persönlichkeit.

„Panta rhei – alles fließt“ (Heraklit) – dies ist einer unserer wichtigsten Leitsätze.

Wir entwickeln uns mit den Kindern und Jugendlichen, mit ihren und unseren Erfahrungen, Zielen, Wünschen und Bedürfnissen.

Als pädagogische Basis dient und der reformpädagogische Ansatz und das Werk Maria Montessoris

Darauf und auf weiteren reformpädagogischen Ansätzen und neuen Entwicklungen aufbauend und durch den Einfluss der vielfältigen Lebenserfahrung, der Menschen, die im „SZGL“ arbeiten und wirken, entsteht eine Umgebung, die ein entspanntes und respektvolles Miteinander der verschiedenen Generationen ermöglicht und somit den Bildungs- und Reifungsprozess der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen fördert.

 

2. Didaktische Grundsätze

 

2.1. Respekt vor der individuellen Entwicklung jedes einzelnen Kindes/Jugendlichen

Dies bedeutet, dass jeder/jede SchülerIn sich nach seinem/ihrem Entwicklungsschema, seinem/ihrem inneren Rhythmus und seinen/ihren individuellen Wachstumsprozessen entwickeln kann.
Auch SchülerInnen mit speziellen Förderbedarf haben ihren eigenen inneren Bauplan, den sie in einer entspannten, respektvollen Umgebung aus eigener Kraft entwickeln können.

 

2.2. Ganzheitliches Lernen

Das Ziel des ganzheitlichen Lernens ist es, den Menschen in seiner Ganzheit zu fördern, mit all seinen Anlagen und Bedürfnissen, seinen Interessen und Gefühlen, um eine Lebenskompetenz zu entwickeln, die Selbstständigkeit und Bildungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Verlässlichkeit, Kreativität, Wahrnehmungsfähigkeit und Urteilskraft, Toleranz, Kultur- und Weltoffenheit aber auch ein In-Sich-Selbst-Ruhen beinhaltet.

Ganzheitliches Lernen, d.h. der gezielte Einsatz aller Sinne in den Lernprozess, vermag unsere Denk- und Lernleistungen zu optimieren.
Dieser Denkansatz geht davon aus, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist. Erst das Zusammenspiel aller Erfahrungen ermöglicht es, den tieferen Sinn des Erlernten wahrzunehmen und zu verstehen.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge speichert das Gehirn Erlebtes und Erlerntes erst dann im Langzeitgedächtnis ab, wenn die rechte und die linke Hirnhälfte am Erleben bzw. Lernen beteiligt sind und damit die Nervenbrücke zwischen linker und rechter Gehirnhälfte aktiviert wird.

Der linken Hirnhälfte werden dabei die kognitiven Leistungen wie Sprechen und rationales Denken, der rechten die Gefühle und künstlerischen Fähigkeiten zugeordnet.
Durch das Lernen reine Fakten wird nur die linke Hirnhälfte angesprochen, erst eine multiple Sinneserfahrung verankert dieses Wissen langfristig.

Neurowissenschaftlichen Forschungen zur Folge lernen wir dann optimal und effektiv, wenn möglichst viele Sinne und damit beide Gehirnhälften eine gelungene Symbiose eingehen.
Zu einem ganzheitlichen Wissen gehört mehr als der Erwerb unserer Kulturtechniken und das aneignen von Fakten. Es beinhaltet Zusammenhänge zu verstehen, eigen- und Mitverantwortlich zu agieren und Respekt zu haben vor den Menschen und Dingen, die uns umgeben.

Nicht äußere Konditionierung, sondern eigene Erfahrung schafft Wachstum und Gleichgewicht.

Zusammengefasst bedeutet ganzheitliches Lernen, einen Reifungsprozess von Geist, Körper und Psyche, ein sich ständig entwickelndes Zusammenspiel von Sinneswahrnehmung, Denkleistungen, Bewegungsabläufen und Gefühlen.

 

2.3. Vernetztes Lernen

Vernetztes Lernen heißt, neu aufgenommenes Wissen in Bezug zu bereits Vorhandenem zu setzen. Verbindungen herzustellen, Wechselwirkungen zu erkennen, dieses neue Wissen in den Gesamtrahmen einzuordnen und somit den tieferen Sinn, der darin liegt zu erkennen.

Denken, Erfahrung und Empfinden können nicht voneinander losgelöst stattfinden. Wissen, Gefühle, Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten vernetzt miteinander.

Auf diesem Wege entstehen Erfahrungs- und Sinnzusammenhänge. Deshalb ist für die SchülerInnen eine Umgebung wichtig, die zum Erfahren, Entdecken und Forschen motiviert.

Vernetztes Denken braucht immer wieder den Bezug zur Realität, d.h. zur konkreten Umsetzung, die es im Alltag, im sozialen Miteinander in der handwerklichen Umsetzung von z.B. Mathematik und Physik. Hierfür bietet die vorbereitete Umgebung des „SZGL“ reichhaltige Möglichkeiten.

 

2.4. Soziales Lernen

Soziales Lernen geschieht durch Konfrontation mit der Gruppe, mit einzelnen Mitmenschen und mit den eigenen Grenzen. Dies zu erproben ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung.
Durch den Kontakt mit Gleichaltrigen, jüngeren und älteren SchülerInnen, mit vertrauten und fremden Erwachsenen kann das Kind / der/die Jugendliche seine/ihre individuelle Position finden und Selbstvertrauen entwickeln.

 

2.5. Vorbereitete Umgebung

Grundlage für alle Lernvorgänge ist eine entspannte, respektvolle und didaktisch vorbereitet Umgebung, die ein selbstbestimmtes Arbeiten ermöglicht.

Die SchülerInnen werden mit vielfältigen Materialien und Lernsituationen konfrontiert, die ihnen ermöglichen, unsere Kulturtechniken auf allen Sinnesebenen zu erlernen und komplexe Zusammenhänge und Vernetzungen zu begreifen. Damit wird eine breite Basis für ein universelles Verständnis der Vorgänge in der Natur und der menschlichen Gesellschaft gelegt.

Die vorbereitete Umgebung beinhaltet das Raum- und Materialangebot, die LehrerInnen, die Zeitstruktur.

Das Raum- und Materialangebot gliedert sich in folgende Bereiche, um eine kognitive, motorische, sozial-emotionale und seelisch-geistige Entwicklung zu ermöglichen:

  • Bereich für die Übungen des täglichen Lebens
  • Bereich für die Sinnesmaterialien
  • Sprachbereich
  • Mathematikbereich
  • Kosmischer Bereich
  • Experimentierbereich
  • EDV-Bereich
  • Kunst- und Werkbereich
  • Musikbereich Theater-/Rollenspielbereich
  • Bewegungsbereich (innen und außen)
  • Stillebereich
  • Koch- und Essbereich
  • Zusätzliche Bereiche nach Möglichkeiten und Bedarf

Die Aufgabe der LehrerInnen besteht darin den SchülerInnen mit Zuwendung, Liebe und Respekt zu begegnen und ihre sozialen, emotionalen und kognitiven Aktivitäten zu beobachten und zu begleiten.

Weiters die entsprechenden Lernmaterialien bereitzustellen und darzubieten, sowie darauf zu achten, dass soziale Situationen entstehen, die den Kindern und Jugendlichen den Freiraum für ihre nächsten Entwicklungsschritte ermöglichen und dem, den SchülerInnen innewohnenden Entwicklungsplan zu vertrauen und sie auf ihrem Weg zur selbstbestimmten Persönlichkeit zu begleiten.

Um den SchülerInnen eine Orientierung innerhalb eines Tages und einer Woche zu geben, gibt es eine Tages- und Wochenstruktur, die eine regelmäßigen Rahmen für die Aktivitäten während des Schultages bieten.
Die Zeitstruktur ist auf die Bedürfnisse der SchülerInnen abgestimmt und teilweise unter deren Mitbestimmung festgelegt. Somit wird den SchülerInnen eine Lernerfahrung, sich in der Zeit zurechtzufinden und verantwortlich damit umzugehen, ermöglicht.

 

2.6. Entwicklungsmaterial

Maria Montessori hat auf Grund ihrer Erfahrungen als Ärztin und Pädagogin sinnesaktivierende Lernmittel entwickelt, die Entwicklungsmaterialien. Durch ihren Aufbau fördern und fördern sie die innere Entwicklung der SchülerInnen.

Das Entwicklungsmaterial ermöglicht den SchülerInnen, ihre motorischen, intellektuellen und psychischen Fähigkeiten auszubilden. Es ist so aufgebaut, dass die SchülerInnen sich ihrer phasenspezifischen Sensibilitäten entsprechend entwickeln können.

Ebenso ermöglicht es den SchülerInnen den Schritt vom Bekannten zum Unbekannten. Bei allen Materialgruppen finden sich durchgehend das Prinzip der Isolation der Schwierigkeiten sowie das Merkmal der Ästhetik.

Der Aufbau der Entwicklungsmaterialien beinhaltet in der Regel eine Selbstkontrolle. Somit ist der/die SchülerIn unabhängig von einem/einer LehrerIn in der Lage, seine/ ihre Arbeit selbst zu überprüfen.

Aufgabe der LehrerInnen ist es, die Ergebnisse der selbstständigen Arbeiten zu beobachten und den SchülerInnen Weg zu einer realistischen Selbsteinschätzung und Selbstbewertung begleitet.

 

2.7. Sensible Phasen

Durch ihre Arbeiten mit Kindern hat Maria Montessori entdeckt, dass jedes Kind so genannte „sensible Phasen“ hat, in denen es eine besondere Bereitschaft hat, bestimmte entwicklungsgesteuerte Lernprozesse zu durchlaufen. Das bekannteste Beispiel ist der Spracherwerb im Kleinkindalter.

Sensible Phasen sind somit Lernzeiten, in denen die Kinder/Jugendliche minimale Anregung benötigen um einen intensiven Lernprozess zu initiieren.

Die sensiblen Phasen erstrecken sich meist über einen längeren Zeitraum, der je nach individuellem Bauplan unterschiedlich gestaltet ist. Sie können nicht von außen gesteuert werden, denn sie bedürfen eines inneren Anstoßes, der jedem Kind/ Jugendlichen eigen ist.

Das Lernen in diesen Phasen bedeutet eine intensive Auseinandersetzung des Kindes/jugendlichen mit sich und seine Umwelt. Es ist nicht ermüdend sondern belebend.

Durch die vorbereitete Umgebung wird den SchülerInnen ermöglicht, diese sensiblen Phasen für sich zu nutzen. Die so erworbenen Fähigkeiten und das so erarbeitete Wissen werden von den Schülern verinnerlicht und dienen als Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte.

Nicht immer ist es dem Kind/jugendlichen möglich, seine sensiblen Perioden zu spüren und zu nützen, die vorbereitete Umgebung bietet dann die Möglichkeit der Intensiven Nachreifung.

 

2.8. Exemplarisches Lernen

Exemplarisches Lernen beinhaltet, dass der / die SchülerIn sich eingehend mit einem Thema auseinandersetzt.
Durch die Beschäftigung mit einzelnen Beispielen können die SchülerInnen Lerninhalte tatsächlich
begreifen und Zusammenhänge erkennen. Dadurch wird vernetztes Denken möglich.

 

2.9. Experimentelles Lernen

In der vorbereiteten Umgebung finden die SchülerInnen Hilfsmittel für bewusste Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen. Dabei können sie sowohl frei als auch unter Anleitung experimentieren, wodurch theoretische Lerninhalte empirisch nachvollziehbar werden.

 

2.10. SchülerInnen lernen durch SchülerInnen

Durch die Alters- und Entwicklungsheterogenität und die offene Lernstruktur entsteht eine Situation, in denen SchülerInnen von SchülerInnen lernen, wodurch Lerninhalte weitergegeben und vertieft werden und die soziale Kompetenz des/der Einzelnen und der Gruppe gefördert wird.

 

2.11. Das Spiel

Das Spiel ist ein elementarer Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Es dient dem Reifungsprozess des Kindes, dem/der Jugendlichen, dem Austausch mit seiner Umwelt, der Verarbeitung von Erlebtem, dem Aufbau von Selbstvertrauen und dem Bewältigen von Konflikten.

Im Spiel ist das Kind, der/die Jugendliche ganz bei sich selbst und verarbeitet innere und äußere Prozesse.

Zum Spiel gehören u.a.

  • Das Übungsspiel, bei dem das Kind neu erworbene Fertigkeiten immer wieder übt.
  • Das symbolische Spiel, bei dem das Kind verschiedene Rollen einnimmt und sich somit mit verschiedenen Sachverhalten und Erlebnissen auseinandersetzt.
  • Das Regelspiel, bei dem Kinder eigene Regeln aufstellen, die sie immer wieder verändern, und so Erfahrungen im Umgang mit Regeln machen.
  • Das Konstruktionsspiel entwickelt sich aus dem symbolischen Spiel, beinhaltet jedoch bereits eine Struktur und einen Ablauf.

2.12. Freie Wahl der Aktivitäten

Die SchülerInnen des „SZGL“ können ihren Bedürfnissen entsprechend ihre Aktivitäten frei wählen. Dies ist die Vorraussetzung für den respektvollen Umgang mit dem Kind/Jugendlichen und der inneren Reifung des Kindes/Jugendlichen.

Sensible Perioden, in welchen die Kinder/Jugendlichen für bestimmte und immer wieder neue Lerninhalte und Entwicklungsmöglichkeiten empfänglich sind, können so erst genutzt und befriedigt erlebt werden.

Aktivitäten frei zu wählen fordert und fördert autonomes Handeln, Bedürfnisse werden wahrgenommen und in die Tat umgesetzt. Eigenen Entscheidungen müssen getroffen werden und Konsequenzen werden erfahren. So lernen die SchülerInnen, Verantwortung für sich zu übernehmen.

 

3. Aufteilung des Lehrstoffes auf die einzelnen Schuljahre

Die Lerninhalte entsprechen dem österreichischen Lehrplan für Volksschulen und dem Lehrplan 99.
Aufgrund der vorbereiteten Umgebung ist es den SchülerInnen möglich, die jeweiligen Lernzeile ihrer Jahrgangsstufe zu erreichen. Da im „SZGL“ ein Wechsel in die nächst höhere Schulstufe nur alle 3 Jahre erfolgt, haben die SchülerInnen diese 3 Jahre Zeit, die Lernziele zu erreichen.

 

4. Stundentafel

Eine klassische Stundentafel kann aufgrund des Konzeptes des „SZGL“ (offener Unterreicht) nicht erstellt werden. Vielmehr werden Kernfächer, die in den jeweiligen Stufen und von den StammlehrerInnen angeboten werden und stufenübergreifende Fächer, die von den für alle Stufen zuständigen LehrerInnen und z.T. für alle SchülerInnen angeboten werden, unterschieden.

 

Die Wochenstundezahl ist folgende:

 

PI

(1. – 3. Schulstufe)

PII

(4. – 6. Schulstufe)

SI

(7. – 9. Schulstufe)

22,5

28

32

 

 

4. Qualitätssicherung

 

Die Qualitätssicherung ist ein wesentlicher Bestandteil des „SZGL“ um den Aufbau und Bestand des Schulzentrums zu sichern.

 

Die Qualitätssicherung umfasst folgende Punkte:

  • Regelmäßige Reflexion der Entwicklung des „SZGL“ (Pädagogik und Organisation) und Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen seitens des Schulträgers.
  • Weiterentwicklung der Pädagogik
  • Weiterbildung der LehrerInnen
  • Supervisionen und Coachings (LehrerInnen und Organisation)
  • Teamentwicklung
  • Kooperation und Austausch mit SchulinspektorIn, Unterrichtsministerium und weiteren relevanten Behörden
  • Austausch mit anderen Schulen (Regel- und Alternativschulen)
  • Austausch mit Pädagogischen Akademien (falls möglich auch Evaluation des Projekts)

 

 

„DIFFERENZ-LEHRPLAN 2002“

(DER VOLKSSCHULE, HAUPTSCHULE, SONDERSCHULE UND POLYTECHNISCHEN SCHULE)

FÜR PRIVATSCHULEN MIT ORGANISATIONSSTATUT ZUR ERFÜLLUNG DER ALLGEMEINEN SCHULPFLICHT
(1. - 9. SCHULSTUFE)

 

Personenbezogene Bezeichnungen in diesem Lehrplan gelten jeweils auch in ihrer weiblichen Form.

Ergänzungen aus dem Lehrplan der Polytechnischen Schule

 

Allgemeines Bildungsziel

Die Polytechnische Schule hat gemäß § 28 des Schulorganisationsgesetzes die Aufgabe, auf das weitere Leben und insbesondere auf das Berufsleben vorzubereiten. Die Schüler sind im Anschluss an die 8. Schulstufe je nach Interesse, Neigung, Begabung und Fähigkeit für den Übertritt in Lehre und Berufsschule bestmöglich zu qualifizieren sowie für den Übertritt in weiterführende Schulen zu befähigen.

szgl_Organisationsstatut.doc Seite 1 5 von 18

Von ihrer persönlichen Situation ausgehend sind die Jugendlichen durch Vertiefung und Erweiterung der Allgemeinbildung sowie durch Vermittlung einer Berufsorientierung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und für eine weitere Ausbildung zu motivieren und zu befähigen.

Der Unterricht baut auf die Vorbildung der ersten acht Schulstufen auf und hat im Sinne der Allgemeinbildung und Berufsgrundbildung zum Ziel, dass die Schüler

  • ▪  für das weitere Leben bedeutsame Fähigkeiten und Kenntnisse vertiefen und erweitern,

  • ▪  sich mit wesentlichen Fragen ihres zukünftigen Lebens auseinander setzen,

  • ▪  ihre Kreativität entwickeln,

  • ▪  ihr Urteils- und Entscheidungsvermögen ausbauen,

  • ▪  theoretisch und praktisch Erlerntes auf neue Situationen anwenden,

  • ▪  Vorteile und Eigenarten einer Dualität von Arbeit und Ausbildung erkennen und nutzen lernen,

  • ▪  durch praktisches, beruflich anwendbares Lernen auf einen frühen Berufseintritt vorbereitet werden,

  • ▪  persönliche und berufliche Handlungsfähigkeit (Selbst, Sozial- und Sachkompetenz) entwickeln und

  • ▪  sich auf Mobilität und lebensbegleitendes Lernen einstellen.

Berufsorientierung als prinzipielles Anliegen aller Unterrichtsgegenstände unterstützt prozessorientiert die persönliche Berufsentscheidung, macht Informationen über die Arbeitswelt zugänglich, beinhaltet Raum für Reflexion von Erfahrungen und bietet Möglichkeiten für Erprobungen und Erkundungen. Der Schüler soll arbeitnehmerisches und unternehmerisches Denken kennen- und einschätzen lernen, persönliche Lebens- und Berufsperspektiven entwickeln und in die Lage versetzt werden, sich selbstständig und erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt um einen Ausbildungsplatz zu bewerben bzw. motiviert sein, eine Berufsausbildung in einer weiterführenden Schule anzustreben.

  •  

ALLGEMEINE BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN

 

Berufsorientierung und Lebenskunde


Der Schüler soll

  • ▪  in Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein gefördert werden;
  • ▪  sich seiner Neigungen, Interessen, Fähigkeiten und persönlichen Erfahrungen bewusst werden;
  • ▪  positive Werthaltungen, kreative Handlungsfähigkeiten und soziale Kompetenz erwerben und diese in unterschiedlichen Lebensbereichen einsetzen können;
  • ▪  persönliche Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit im Berufsfindungsprozess entwickeln;
  • ▪  sich Kenntnisse über die Berufs- und Arbeitswelt aneignen und sich aktiv mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Beruf und Arbeit auseinander setzen;
  • ▪  lebensbegleitendes Lernen, kontinuierliches Neuorientieren und Qualifizieren als Erfordernis bei sich ständig verändernden Berufsanforderungen erkennen.
  •  

Politische Bildung und Wirtschaftskunde

 

Der Schüler soll

  • ausgehend von den gegenwärtigen Ereignissen im gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in Österreich, Europa und der Welt altersgemäße Einblicke in Ursachen, Zusammenhänge und zeitgeschichtliche Hintergründe erhalten;
  • die Fähigkeit erlangen, sich bewusst zu informieren, um durch objektives und verantwortungsbewusstes Handeln Verständigungsbereitschaft und Demokratiebewusstsein zu entwickeln.

 

Deutsch

 

Der Schüler soll

  • in seiner sprachlichen Handlungsfähigkeit,
  • im Gesprächs- und Sozialverhalten sowie
  • in der schriftlichen Kommunikation
Kompetenzen ausbauen, die seine persönliche und berufliche Entwicklung fördern und ihm die Teilnahme sowie Mitgestaltung am kulturellen und öffentlichen Leben ermöglicht.

 

 

Lebende Fremdsprache

(Französisch, Italienisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch)

 

Der Schüler soll

  • ▪  Situationen des beruflichen und privaten Lebens in der Fremdsprache bewältigen können und

  • ▪  eine aufgeschlossene Haltung gegenüber Menschen anderer Sprachgemeinschaften, deren

    Lebensweise und Kultur einnehmen und offen sein für Kontakte von Mensch zu Mensch.

  •  

Mathematik

 

Der Schüler soll

  • ▪  die Sicherheit in den Grundrechnungsarten, im Schlussrechnen und Prozentrechnen verbessern;

  • ▪  gängige private und berufliche Aufgabenstellungen selbstständig mathematisch lösen;

  • ▪  den Zusammenhang von Problemstellung und Arbeitsweisen zu deren Lösung erkennen;

  • ▪  anhand lebenspraktischer Beispiele einfache Funktionen in verschiedenen Formen darstellen;

  • ▪  zu wirtschaftlichem Denken und längerfristigem Planen angeregt und zu kritischem Konsumverhalten

    hingeführt werden.

  •  

Naturkunde und Ökologie, Gesundheitslehre

 

Der Schüler soll

  • ▪  Grundkenntnisse über physikalische, chemische, technische und biologische Vorgänge, sowie

    ökologische Zusammenhänge, die im täglichen Leben eine Rolle spielen, vertiefen und erweitern;

  • ▪  sich der Verantwortung für die eigene Gesundheit und für die der Mitmenschen bewusst werden und

    Präventivmaßnahmen zur Gesunderhaltung kennen lernen.

Leibesübungen

 

Der Schüler soll in der Schule ein begründetes psychophysisches Wohlbefinden durch Bewegung erleben und in der Folge eine lebenslange Bewegungsbereitschaft entwickeln.

 

ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE

Der Unterricht geht von den Erfahrungen, dem Bildungsstand und der persönlichen Lebenssituation der Schüler aus.
Für die Auswahl und Gewichtung der Lehrinhalte sowie die Gestaltung der Arbeitsweisen (insbesondere durch handlungsorientierten Unterricht) sind sowohl die Interessen und Fähigkeiten als auch die Anwendbarkeit auf die berufliche und private Lebenssituation der Schüler maßgeblich, sodass die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen ein breites Spektrum von beruflichen bzw. schulischen Möglichkeiten eröffnen.

Bei der Verwirklichung des Lehrplans und zum Erwerb der individuell am besten zu nützenden Lerntechniken sind abwechslungsreiche Arbeits-, Interaktions- und Unterrichtsformen anzuwenden, wie auch verschiedene Unterrichtsmittel und in besonderer Weise neue technische Medien zweckmäßig einzusetzen. Die Schüler sollen zum zielführenden Fragen und Forschen ermuntert werden. Der Personalcomputer als zeitgemäßes Schreib-, Speicher- bzw. Kommunikationswerkzeug soll als lernunterstützendes Medium verwendet werden, und die Informationsbeschaffung soll in vielfältigen Formen erfolgen.

Die Entwicklung und Förderung von Schlüsselqualifikationen gehören zu den Hauptanliegen der Polytechnischen Schule.

Die Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände erfordern die Berücksichtigung von Veränderungen und Neuerungen in der Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur sowie von fachlichen Entwicklungen. Der Unterricht soll auf Besonderheiten und aktuelle Begebenheiten in der Region eingehen und ist möglichst fächerübergreifend und vernetzt auszurichten.

Der Pflege eines altersgemäßen mündlichen und schriftlichen Ausdrucks ist in allen Unterrichtsgegenständen Aufmerksamkeit zu schenken.
Der gründlichen Erarbeitung in der notwendigen methodischen Vereinfachung ist der Vorzug gegenüber einer oberflächlichen Vielfalt zu geben.

Durch vielfältige Wiederholung (nicht in Form von Leistungsfeststellungen) der wichtigen Hauptanliegen des Lehrplanes, getragen vom Verständnis für Zusammenhänge, ist der Unterrichtsertrag dauerhaft zu festigen.

Durch Veranstaltung von Exkursionen, Lehrausgängen und Berufspraktischen Tagen und Unterricht an außerschulischen Lernorten soll die Einsicht in fachlich-technische und betrieblich-organisatorische Zusammenhänge sowie in soziale Beziehungen und persönliche Befindlichkeiten in der Arbeitswelt gefördert werden.

Leistungsdifferenzierung soll nicht nur auf den Lehrstoff bezogen werden, sondern auch prozessorientiert (durch Bearbeitung der im Lehrstoff angeführten Themen auf unterschiedlichem Niveau) erfolgen. 

Vielen Dank an unsere Unterstützer und Sponsoren

 

Schulzentrum für ganzheitliches Lernen (S.Z.G.L.)

Montessori-Pädagogik-Verein Enzesfeld

 

Schloßstraße 34 - 2551 Enzesfeld-Lindabrunn

Tel.: +43 680 1436487         Mail:  kontakt@szgl.at        ZVR-Zahl: 366725527

 

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 8:30 bis 13:00       und      Do 8:30 bis 17:30